Prepared for the worst
More than words is all you have to do to make it real

Oh Gott. Sie sind überall - wirklich überall! Ich muss zum Waschbecken, schnell! Wo sind meine Pantoffeln? Ich darf den Boden nicht berühren, wo sind meine verdammten Pantoffeln?! Da sind sie ja, einer liegt verkehrt herum. Mist, ich muss ihn erst desinfizieren, bevor ich ihn wieder tragen kann. Dann das andere Paar, und nun schnell ins Badezimmer - die Klinke kannst Du berühren, danach wäschst Du Dich ja noch. Seife, viel Seife und schrubben. Gott sei Dank: Die Bakterien sind weg. Zumindest für diesen Moment.
Wenn Ihr mich berührt oder gar mit Euren Füßen an mich kommt, muss ich mich waschen, die Bakterien sind überall. Ich muss die Kleidung wechseln, darf unter keinen Umständen auf den Boden kommen und wenn Ihr auf Toilette wart und Euch nicht die Hände abgeschrubbt habt, denkt gar nicht erst daran, sich mir zu nähern. Schließlich berühre ich nicht einmal den Bund meiner Hose, watschel zum Waschbecken, möglichst die Hose zwischen den Beinen hochhaltend, die Hände abwaschen, um sie dann hochziehen zu können. Ansonsten wäre es zu gefährlich. Allein die Benutzung der Toilette ist widerwärtig und macht wieder mehr Bakterien auf mich. Ich muss mich waschen, ich muss mich waschen, ich muss mich waschen.
Sie sind überall und ich bin allein - unter Feinden.



Mein Waschzwang, den ich bis etwa meinem 12. Lebensjahr hatte. Nachwirkungen davon sind noch heute sichtbar, weiß aber eigentlich nicht einmal, wovor ich damals genau Angst hatte. Vor Krankheit? Tod? Mir selbst? Habe es dann halbwegs selbst überwunden, erinnere mich noch genau an den Tag, als ich vom Sessel - ohne Pantoffeln - aufgestanden bin, um endlich aus diese Enge durch die Bakterien herauszukommen. Irgendwie ging es nach und nach. Wann es genau angefangen hat, kann ich nicht sagen, aber in der Zeit danach wurde es auch nicht besser - bezüglich meiner seltsamen Zwänge wie Ana, die stattdessen kam und noch so manch anderes an externen Einflüssen, aber vielleicht werde ich da mal noch mehr zu machen, ja.
Meine Geschwister lachen noch heute darüber.
Gewicht war gestern auf 54,8 kg, heute auf 55,0 kg. Irgendwie seltsam, eine großartig andere Nahrungsmenge habe ich nicht zu mir genommen, aber es mag daran liegen, dass das durch diese Verschiebung der Messzeit vom Tag zuvor noch so ist.
Heute war das Wetter sogar sonnig - habt Ihr das mitbekommen? Ich war draußen, bei Freundinnen, war zwar nicht wirklich spaßig, aber immerhin ist solches Wetter schon triggernd, denn ich kann nicht ewig in meinen langen Hosen herumlaufen. Wo kämen wir denn da hin, wenn jeder Fettsack das Recht hätte, in kurzer Kleidung herumzurennen? Nun gut, jedem das Seine, aber bei mir ist es wirklich abstoßend.

50ToFA-Tage: 5
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MfG,
~Hypnôse
1.7.07 19:04


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